Nicola Ostermeier (Projektbeauftragte für Ladani) berichtet auf Bayern 2 in "Eins zu Eins. Der Talk" über die Kinderhilfe KAKADU e.V.

Sri Lanka gilt aufgrund seiner Naturschönheit und wegen seines kulturellen Reichtums als Perle des Indischen Ozeans. Ein großer Teil der Menschen lebt jedoch in Armut. Mehr als die Hälfte aller Familien auf Sri Lanka sind von Armut betroffen. Der jahrzehntelange Bürgerkrieg, der im vergangenen Jahr endlich beendet wurde, hat tiefe Wunden geschlagen. Die Leidtragenden sind vor allem die Kinder. Mehr als ein Drittel der Vorschulkinder sind deutlich mangelernährt und viele Neugeborene kommen untergewichtig zur Welt, da auch schon ihre Mütter mangelernährt sind.
Selbst einfache Nahrungsmittel wie Reis und Linsen sind für die Familien oft nicht erschwinglich – die Inflationsrate liegt bei 15 - 20 Prozent. Die Gründe sind u.a. hohe Ausgaben für den Bürgerkrieg und Korruption.
Kinderprostitution ist ein weiteres Problem, dass vielen Kindern, vor allem Jungen, zum Verhängnis wird. Mit steigenden Touristenzahlen, die einerseits für Sri Lanka förderlich sind, da sie Arbeitsplätze schaffen, werden auch Sextourismus und Kinderprostitution zunehmen.
Der beendete Bürgerkrieg hat schwere Folgen - Tausende Menschen jeden Alters leben in überfüllten Camps im Norden des Landes.
Können wir uns vorstellen, wie eine Ordensfrau die Aufgabe bewältigen soll, sich um 600 Kinder zu kümmern, ihnen Unterricht zu erteilen, für Kleidung und Zuwendung zu sorgen?
Und auch die Situation der etwa 5000 Kinder, die beim Tsunami einen oder beide Eltern verloren haben, ist noch immer schwierig.
Die gesamte ländliche Infrastruktur Sri Lankas ist - abgesehen von der näheren Umgebung Colombos - unterentwickelt.
Es mangelt an Trinkwasser und Bewässerungsanlagen für die Bevölkerung in den Dörfern und auch Toiletten sind längst kein Standard.
KAKADU arbeitet in Sri Lanka mit Sozialarbeiterinnen, einem Priester, zwei Ordensschwestern und engagierten Helfern schwerpunktmäßig an den folgenden Projekten :
Alle Projekte sind uns persönlich bekannt. Es besteht ein kontinuierlicher Austausch zwischen den MitarbeiterInnen vor Ort und unserem ehrenamtlichen KAKADU-Team hier in Deutschland. Durch Besuche und Projektkontrolle in den Partnerländern können wir uns vom positiven Verlauf und dem jeweiligen Stand der Projektentwicklung überzeugen, auftretende Schwierigkeiten persönlich besprechen und Planungen gemeinsam strukturieren. Die kirchlichen MitarbeiterInnen sind hauptsächlich Koordinatoren - von Seiten der Kirche erhalten unsere Projekte bisher keine finanzielle Unterstützung.
Bei der Arbeit folgen wir unserem Grundsatz, möglichst unbürokratisch, den jeweiligen Nöten und Bedürfnissen angepasst zu helfen.